Kaffee ist nach Erdöl weltweit die zweitwichtigste Handelsware und mit 150 Litern pro Einwohner, das unangefochtene Lieblingsgetränk der Deutschen. Dadurch stellt Kaffee die Existenzgrundlage für rund 25 Millionen Kleinbauern aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Doch leider die Verteilung der Erträge alles andere als „fair“.  Der Einkommensanteil der Kaffeeproduzenten schwand zum Jahr 2000 auf nur noch 13 Prozent – Tendenz fallend. Der Preiskampf ist extrem und führt zu Armut, Hunger und Kinderarbeit, um den gewinnsüchtigen Industrieunternehmen gerecht zu werden.

Dabei ist es nicht so, dass die Träger der westlichen Konsumgesellschaft – die Verbraucher – grundlegend „böse“ wären; die Bereitschaft der Bevölkerungen von Industriestaaten, beispielsweise nach Naturkatastrophen mit Spenden auszuhelfen, ist enorm. Doch die Missstände werden von der Gier nach Billigprodukten übertüncht und die Vorgänge damit gebilligt. Schlimmer ist nur noch die Positionierung der öffentlichen Organe, dazu das Zitat eines CDU-Politikers: „Kinderarbeit mache Produkte billiger, und das sei ja der „entscheidende Wettbewerbsvorteil“, dozierte der CDU-Mann. Eine Verpflichtung, solche Zustände durch faire Beschaffung zu ändern, sehe er nicht: „So weit kann Bundestreue nicht reichen.“ (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,728263,00.html)

Es sind unangenehme Wahrheiten, die unsere Konsumkultur erst ermöglichen. Wie soll sonst die Maßlosigkeit 10 Kaffee am Tag zu trinken finanziert werden? Klar, auf Kosten anderer. Überlegt euch beim nächsten Einkauf, ob es wirklich die billigsten Kaffeepads werden sollen. Nicht nur die Qualität leidet darunter, sondern viele Menschen.

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