Betrachtet man die anatomischen Einflüsse von Kaffee auf den menschlichen Körper, findet man Koffein als Hauptwirkstoff. Um die Wirkung zu erklären muss man ins Detail gehen. Das menschliche Gehirn hat als Biomasse eine zeitlich begrenzte Leistungsfähigkeit, es finden Energieaustauschprozesse statt, die die organische Masse, samt Rezeptoren und Nervenzellen erschöpfen. Kommt es nicht zur regelmäßigen Regeneration (Ruhephasen) kann es zu neuralen Schädigungen kommen. Der Organismus schützt sich davor, indem aktive Nervenzellen ein Hormon ausschütten, das die Nervenbahnen blockiert und die Leistung des Gehirns drosselt. Je mehr Gehirnleistung, desto mehr Blockadehormon, desto schneller gerät das Gehirn in den Ruhemodus.
Genau hier setzt Koffein an, es verhindert (bei kleinen Dosen) die Wirkung der Blockadehormone und führt zu einer Stimulation der Gehirnaktivität und der damit verbundenen Steigerung von Konzentration und Aufmerksamkeit. Man darf es aber nicht übertreiben. Studien zeigen, dass andauernder Kaffeekonsum zu Mikroschädigungen führt, was im Alter Alzheimer begünstigen kann.
Bei höheren Dosen setzt die positive Wirkung als Hirnstumulanz aus, es kommt hier zur Desensibilisierung und dafür zu zellularen Einflüssen. Das Koffeein blockiert dann Regenarationsprozesse von Körperzellen. Unter anderem kommt es zur Erweiterung sog. Calziumkanäle, was zu erhöhter Kontraktionsrate der glatten Muskulatur führt (Herzrasen, Zittern). Weiterhin kann es zu einer Störung der “inneren Uhr” komme. Das Koffein verhindert den Abbau des Enzyms cAMP, was wiederum indirekt zu einer lichtabhängigen Hirnstimulanz führt. Ein Teufelskreis: Sehr hoher Kaffekonsum führt indirekt zu erschwertem Einschlafen -> Schlafmangel führt zur Müdigkeit am Tag -> noch mehr Kaffeekonsum. Der Biorhythmus ist gestört.
Neben Koffein hat Kaffee viele andere Wirkstoffe. Besonders Röststoffe und Chlorogensäure können  den Magen reizen. Jedoch können Mythen bezüglich kaffeebedingten Wasserentzug oder der dramatischen Cholesterinerhöhung beruhigt ignoriert werden.

Dieser Text ist keine wissenschaftliche Arbeit, er soll lediglich anreißen, wie Komplex die Mechanismen des menschlichen Körpers zusammenhängen. Kaffee ist in Maßen ein effektiver und hilfreicher Begleiter im stressigen Alltag. In Massen, das kann schon ab zwei Tassen pro Tag anfangen, ist er schädigend und kontraproduktiv.

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