Es gibt verschiedenste Arten der Kaffeezubereitung. Aufgießen, Filterkaffee, Kaffeepads, Kapseln, Siebträger, Vollautomaten usw. Viele Menschen erklären sich diese Entwicklung quasi evolutionär: „Früher haben unsere Vorfahren den Kaffee aufgegossen, denn sie wussten es nicht besser. Heute sind wir zivilisiert…wir haben Vollautomaten“.

Tatsächlich hat jede Zubereitungsart Ihre charakteristischen Geschmack und ihre Lebensart und findet so ihre Liebhaber. Ein Espresso zum Beispiel wird durch eine Kombination verschiedener Eigenschaften bestimmt – der Kaffeesorte, der Röstung, dem Aufbrüh-Druck und der Brühtemperatur. Die Eigenschaften eines Filterkaffees haben wiederum andere Parameter. Naturgemäß kann eine Maschine nicht alle Parameter gleichzeitig optimal bedienen, genau so wenig wie man aus einer einzigen Bohnensorte alle Kaffeearten zubereiten kann.

Und hier scheiden sich die Geister. Denn gutgläubig vertrauen Kunden den viel versprechenden Werbeangaben der Kaffeevollautomaten – ein „Alleskönner“ und das mit bester Qualität.

Die Praxistest und direkten Vergleiche zeigen etwas anderes. Die Brühkammer vermag nicht genug Druck für einen guten Espresso aufzubauen, das Kunstoffmaterial würde sich aufbiegen und die Dichtringe haben unter diesen Anforderungen recht kurze Lebenszyklen. Zudem ist das minimalistische preisgetriebene Mahlwerk mit der sehr ölhaltigen Espressobohne überfordert.

Schließlich hat sich die Gattung „Vollautomat“ durch praktische und design-technische Aspekte einen beträchtlichen Anteil am Kaffeemarkt gesichert und so seine Akzeptanz geschaffen. Er kann jedoch seiner Rolle als Alleskönner unter genauer Betrachtung nicht gerecht werden. Klassischen italienischen Espresso gibt es nur aus einer Espressomaschine bzw. Siebträgermaschine; Vollautomaten, Padmaschinen und Kapselgeräte sind nicht wirklich in der Lage dazu.

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