In Foren begegnet man immer wieder der Frage nach der „richtigen“,“besten“ oder „leistungsfähigsten“ Kaffeemaschine. Bevor man sich durch die unzähligen Anbieter kämpfen darf, muss man sich erst für die Art der Kaffeezubereitung entscheiden. Filterkaffee, Kaffeevollautomaten, Kaffeepadmaschinen, Kapselmaschinen oder gar Siebträgermaschinen für zu Hause – die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Bei der Diskussion der Argumente fällt eines besonders auf: die Bequemlichkeit! Die Maschine soll Kaffee liefern aber keinerlei Umstände machen und dazu sollen die Rückstände absolut „unkompliziert“ sein. Der Fokus fällt unter dieser Betrachtung schnell auf die Kapseltechnik – gut, schnell, sauber und trendy!

Das Konzept ist reines Lifestyle-Marketing – trendige Boutiquen, verschieden farbige, schillernde Kapseln, wechselnde und begrenzt verfügbare „Themen-Sorten“, dazu passendes Geschirr und Maschinen, die von Designern extra entworfen werden und auf die Sammlerleidenschaft der Fans abzielen – es ist einfach „schick“ dort einzukaufen, bzw. zum Club der „wahren“ Kaffee-Sommeliers zu gehören. Hat man mal so eine Maschine erworben, muss man die Kapseln kaufen, weil ja nichts anderes reinpasst. Doch haben die meist bunten und kompakten Wundermaschinen eine Kehrseite. Machen wir doch eine kleine Rechnung:

Es werden derzeit ca. 3 Millarden Kapseln pro Jahr verkauft. Bei 0,9 Gramm Aluminium  pro Kapsel kommt man auf ein Ergebnis von 2.700.000 kg Alumüll pro Jahr. Bei einer 33% Recyclingquote müssen 219.900 GigaJoule an Energie aufgewendet werden um den Jahresbedarf an Aluminium nur für Kapseln zu decken – das entspricht dem Energieverbrauch von ca. 1.800 Einfamilienhäusern pro Jahr!  Und dieses Rechnung gilt nur für die Alu-Produktion, dazu kommen noch Transport, Verarbeitung und  weitere Materialien!

Das Hauptproduzent gibt sich bemüht mit Offensiven, wie einem „Rücknahmenetz“ in der Schweiz oder stützt sich auf die ohnehin „funktionierende“ Recyclingkette der Bundesrepublik. Bei näherem Hinsehen sind die Lücken der Argumentation auch für Optimisten unübersehbar. So schlägt das neue Öko-Image des Herstellers nur mäßig an, viele Unternehmen wenden sich ab  – zu groß ist der Druck der Ökobewegung jüngster Zeit.

Bei Ihrer nächsten Entscheidung oder der Beratung eines Bekannten sollten Sie bedenken, dass es weniger um die Frage geht ob und wie viel sich tatsächlich recyceln lässt, sondern ob es überhaupt nötig ist?!

Ist es nötig jährlich 1.500Tonnen Alumüll zu produzieren nur weil die Bequemlichkeit das Bewusstsein auffrisst?!